Die Liga der aussergewöhnlichen Montagsmailer kämpft an vielen Fronten. Nebst multinationalen Grosskonzernen, unschuldigen Szenebars oder städtischen Behörden, zählen wir auch im Volk verbreitete Irrlehren zu unseren härtesten Gegnern. Denn nur eine aufgeklärte Gesellschaft ist eine nachhaltige Gesellschaft.
Deshalb möchten wir heute zwei kurze Verschwörungstheorien erforschen:
Theorie 1: Es lohnt sich nicht kleine Aluteile zu sammeln. Die Senftuben und Jogurtdeckeli sind nämlich zu stark verschmutzt, als dass sie wiederverwertet werden könnten.
Theorie 2: Glas sammeln lohnt sich nicht. Die KVAs verwenden nämlich einen Teil der gesammelten Glasflaschen als Brennmaterial, um so die Temperatur in den Öfen hoch zu halten.
Entsorgung & Recycling Zürich sollte erklären können, was an diesen Verschwörungstheorien wahr ist:
Guten Tag
Ich versuche so gut wie möglich all meinen Haushaltsabfall korrekt und umweltfreundlich zu entsorgen, was ich auch immer wieder einmal meinem Freundeskreis versuche näher zu bringen. Vor kurzem hatte ich deshalb wieder einmal eine Diskussion zum Thema Recycling. Bei solchen Diskussionen tauchen immer wieder dieselben zwei Fragen auf, welche niemand abschliessend beantworten kann. Da ich es nun endlich aus erster Hand wissen möchte, schreibe ich Ihnen dieses Mail und hoffe, dass sie mir diese zwei Fragen beantworten können.
1) Immer wieder hört man das Argument, dass es nicht sinnvoll sei kleine Alu-Teile wie Jogurtdeckel oder leere Senftauben zu sammeln, da sie das gesammelte Aluminium zu stark mit Essensresten und Farbstoffen verschmutzen. Stimmt das? Sollte man Jogurtdeckel besser in den normalen Müll schmeissen?
2) Man hört immer wieder das Gerücht, dass die Kehrichtverbrennungsanlagen dem Müll wieder Papier und Glas zuführen, damit die Verbrennungstemperatur hoch genug wird. Stimmt das? Ist es für die Kehrichtverbrennungsanlagen gut, wenn ich einen Teil meine Glases in den normalen Abfall werfe?
Ich würde mich sehr über eine kurze Antwort freuen.
Vielen Dank und freundliche Grüss
Das ERZ scheint auch ein Freund aufgeklärter Bürger zu sein:
Sehr geehrte Damen und Herren
Es freut uns, dass Sie sich für die korrekte Entsorgung Ihrer Abfälle interessieren und engagieren. Richtig entsorgen ist heute wichtiger denn je. Deshalb beantworten wir Ihnen Ihre Fragen sehr gerne.
Jogurtdeckeli / Klein(st)Alu
Für Kleinmetall in jeder Form lohnt sich die Sammlung. Es ist ein wichtiger Wertstoff. Tatsache ist, dass das Recycling – ob für Glas, Papier, Karton usw. reiner ist, je sauberer das Material in die Wiederverwertung gelangt. Nicht jeder Stoff ist gleich beeinflussbar, nichtsdestotrotz muss Schmutz zuerst aussortiert werden und kann sauberes Material oder auch Verarbeitungsanlagen schädigen. Insofern macht es Sinn, verschmutzte Teile zuerst zu reinigen. Mit den Jogurtdeckeli verhält es sich natürlich gleich. Dort gilt es aber unbedingt zu beachten, dass sich solche aus Kunststoff von solchen aus Aluminium kaum unterscheiden lassen. Die meisten sind übrigens aus Kunststoff. Unser Tipp: Entsorgen Sie diese besser im Hauskehricht.
Glas in der Kehrichtverbrennung
Das Gerücht, das sich hartnäckig hält, können wir wohl nie aus der Welt schaffen. Aber es ist und bleibt ein Gerücht. Der kalorische Wert von Glas ist zu hoch, als dass er für die Verbrennung im Heizkraftwerk Einfluss haben könnte. Im Ofen entsteht eine Temperatur von um die 800 Grad. Glas schmilzt bei weit über 1000 Grad. Glas «verklumpt» in der Verbrennung und verbrennt nicht. Glas ist also für den Verbrennungsprozess kontraproduktiv.
Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung mit der korrekten Entsorgung für die saubere Zukunft von Zürich.
Die weit verbreitete Meinung, dass es sich nicht lohnt kleine Aluteile der Aluminiumsammlung zuzühren, enstammt also dem Reich des Irrglaubens. Jogurtdeckeli sollten dennoch mit dem Hauskehricht entsorgt werden, da die meisten Deckeli gar nicht aus Aluminium sind.
Die Glasverbrennungsverschwörungstheorie entbehrt auch jeglicher Grundlage. Es gibt also keinen Grund, Glas im Hauskehricht zu entsorgen. Keinen – ausser der eigenen Faulheit.



Da höre ich doch tatsächlich neues – nicht von der KVA, sondern von euch. Diese Theorien sind mir unbekannt.
Was mir hingegen bekannt ist, ist das der Verbrennungsprozess in der KVA ein zweischneidiges Schwert ist. Zu einem sollte Abfall getrennt entsorgt werden, zum anderen ist die KVA auf den Teil des gut brennenden Recyclingmaterials angewiesen. Wie ihr vielleich wisst, ist der KVA-Ofen nicht auf Mittel angewiesen, die die Verbrennung fördern, sondern versucht mit einer guten Durchmischung des Abfalls die Öfen am Laufen zu halten. Angefeuert wird also nur nach jeder “Ofeninspektion”.
Als eigentlicher Abfall bleibt danach die Schlacke, in der auch euer Glas und eure Deckeli enthalten sind und das ist eine Riesenmenge. Es wäre also mal interessant zu erfahren was mit dieser passiert? Mal schauen was euch der “Freund aufgeklärter Bürger” darauf antwortet…
Wie mans dreht und wendet; Recycling ist top, jedoch darf man ab und zu auch brennbares entsorgen, denn das hilft, kostbares Öl einzusparen.
Also da muss ich dir leider vehement wiedersprechen! Die Schlussfolgerung, dass mit dem Wegwerfen von brennbarem Material die Umwelt entlastet werden kann, da man ja Erdöl einspart ist falsch. Ehrlich gesagt hoffe, ich dass du das nicht ganz ernst gemeint hast. Viel Abfall besteht ja eh auch aus Erdöl – also nix eingespart. Werden recyclebare Materialien einfach verbrannt, sind sie verloren. Die Ressourcen müssen der Erde wieder von neuem abgerungen werden. Was wiederum Energie verbraucht. Hinzu kommt das Problem der Schlacke, welche du ja bereits erläutert hast – mehr Abfall, mehr Schlacke. Auch nicht sehr umweltentlastend.
Also das mit dem Glas höre ich auch zum ersten mal.
nur was ich schon viel mal gehört habe ist das PET zu der Verbrennung dazu gegeben wird um die Schlacke nach der Verbrennung besser entfernen/Raushollen zu können aus dem Ofen.
Ob das stimmt keine Ahnung.
Simon das wär doch eine Anschlussfrage für unser ERZ?
@Simon: Die KVA durfte ich mal besichtigen und eine grössere Petmenge fand ich nicht.
@Wilhelmina: Dieser brennbare Abfall wäre theoretisch recyclierbar, oder nicht? Ich möchte mal behaupten das nur “Recyclierbares” brennt. Die Frage ist nun; Verbrennen wir lieber das reine Öl oder schaffen wir erst einen Mehrwert, z.B. ein Sandkübeli, dass 5 Jahre Freude verschafft und verbrennen es dann?
Alex – wir sollten wieder einmal ein Bier trinken gehen und das Angesicht zu Angesicht bestreiten
.
@Alex: dein letzter Satz ist für die Katz! Tatsächlich wird nur am Anfang nach der Inspektion mit Öl angefeuert. Also spart man kein Öl beim Verbrennen von recycelbarem Material, da gar kein Öl benötigt wird beim normalen Betrieb der KVA und daher nicht eingespart werden kann.
Was mich an der Antwort vom ERZ stört: Die Unterscheidung der Yoghurt-
Deckeli soll schwierig sein? Sie versuchen gar nicht, auf die Unterscheidungsmöglichkeiten einzugehen und tragen damit nicht zur
stofflichen Verwertung (sprich Recycling) bei!
Ist für die Katz. Soso, und mit was feuerst du denn den Ofen an, wenn nichts mehr Brennbares drin ist?
Wie wärs mit nicht mehr feuern… Schon einmal über alternative Energien nachgedacht?
Bildungslücke: Wie würdest du denn den Ofen am Laufen halten?