Serie “Ablaufende Lebensmittel”: Grüne Migros
Der Detailhandel ist ein anspruchvolles Geschäft. Nicht nur müssen Preise mit der Konkurrenz abgesprochen verglichen und unterboten, sowie Löhne gedrückt optimiert werden. Nein, auch will jeden Tag genau geplant werden, wieviel frische, verderbliche Lebensmittel bestellt und angeprisen werden sollen. Denn bleibt der Käse oder die Milch zu lange im Regal liegen, muss der Detailhändler zur organgen Rabattmarke greifen, um die Lebensmittel noch in letzter Sekunde zu niederen Preisen an den Mann zu bringen. Sonst… Ja was sonst? Was passiert denn eigentlich mit den abgelaufenen Lebensmittel in der Migros, dem Coop, dem Denner etc. Wir haben bei verschiedenen Detailhändlern nachgefragt und präsentieren euch in einer speziellen Serie die Antworten.
Sehr geehrte Damen und Herren,
Als langjähriger zufriedener und treuer Kunde von Ihren Filialen und Käufer Ihrer Produkte hat mich in letzter Zeit eine Frage stark beschäftigt:
Was passiert mit den Produkten, deren Verkaufsdatum abgelaufen ist, die jedoch ihr Ablaufdatum noch nicht erfüllt haben?
Offensichtlich können diese ja nicht mehr verkauft, aber noch gegessen werden.
Ich habe im Internet gelesen, dass sich diese „Abschreibequote“ bei Frischwaren, trotz den vorbildlichen „last minute“ Verbilligungen, ungefähr bei 3-5 Prozent der Waren bewegt. Weiter habe ich gelesen, dass diese Waren dann entweder im Schweinetrog oder in der Verbrennungsanlage landen.
Wir wissen jedoch alle, dass es auch in der Schweiz bedürftige Menschen gibt die Hunger leiden. Dass es Institutionen wie die Gassenküchen gibt, die probieren warme Mahlzeiten an diese Menschen abzugeben.
Weswegen werden diese Waren nicht einfach diesen Menschen und Institutionen zur Verfügung gestellt?
Herzlichen Dank für die Beantwortung meiner Frage.
Mit den besten Grüssen
Nach Denner und Coop präsentieren wir euch heute die Antwort der Migros:
Sehr geehrter Herr
Besten Dank für Ihre Anfrage.
Produkte, deren Verkaufsdatum kurz vor dem Ablaufen sind, werden in der Regel in den Filialen kurzfristig zu Aktionspreisen (stark reduzierte Preise) verkauft. Auch die Angestellten können von diesen vergünstigten Produkten profitieren. Wie Sie schon vorgeschlagen haben, werden auch diverse gemeinnützige Organisationen berücksichtigt. Diese erhalten Produkte, bei denen das Verkaufsdatum kurz vor Ablauf und das Ablaufdatum noch gültig ist.
Dann gibt es tatsächlich einen Anteil, der nicht mehr verkauft und abgegeben werden kann. Es handelt sich dabei in erster Linie um Frischwaren (verdorbene Früchte/Gemüse, Essensreste aus den Restaurants, aus der Rüsterei…). Diese Ware gelangt in die Wiederverwertung, d.h. in den Kompost oder in eine Anlage wo aus solchen Abfällen Biogas produziert wird. Das Biogas kommt zum Teil wieder als Treibstoff für die Verkaufswagen der Migros Zürich zum Einsatz. Ein gewisser Anteil geht auch an Bauern, die diese Ware für die Fütterung ihrer Tiere verwenden können. Der Anteil an Ware, die in die Verbrennung gelangt ist sehr klein und beträgt ca. 1-2 %, das sind in etwa 120 Tonnen pro Jahr.
Wie Sie sehen, unternimmt die Migros recht viel, um den Anteil an Lebensmitteln für die Verbrennung möglichst gering zu halten.
Wir wünschen noch einen schönen Tag.
Freundliche Grüsse
Wiederum eine ausführliche Antwort, die den kritischen Leser etwas beruhigen dürfte. Welche der drei bereits präsentierten Antworten haben euch überzeugt? Seht ihr irgendwo Verbesserungspotential? Oder wusstet ihr all das bereits? Kommentare wie immer sehr willkommen!

Hm… ist noch schwer zwischen Denner und Migros zu entscheiden. Ich glaub aber, ich bin für die Migros, da es diverser ist. Und divers ist doch immer gut…
Eindeutig Migros.
Filmchen über die Abartigkeiten unserer Wegwerfgesellschaft im Bereich Nahrungsmittel:
http://www.planet-schule.de/sf/php/02_sen01.php?sendung=8459
–> leicht verständlich, 30min